Der
Cirque de Mourèze bietet sich für wundervolle Wanderungen
an, die man vornehmlich im Frühjahr und im Herbst unternehmen
sollte. Es gibt im gesamten Cirque keine Wasserstellen und die Hitze
im Sommer kann gefährlich werden. Sehr wenig Wege sind überschattet.
Manche Wege sind schlecht ausgeschildert, andere schwierig zu begehen.
Es wird dringend geraten, genügend Wasser mitzunehmen, Wanderschuhe,
eine Kopfbedeckung und einige Lebensmittel. Manchmal begegnet man
Wildschweinen in den Flanken des berges von Liausson oder, mit ein
wenig Glück, die grösste Schlange Europas, die Natter
von Montpellier, die bis zu zwei Meter lang werden kann. Keine Panik,
sie beisst nicht, sondern ernâhrt sich u. a. von der Jagd
auf Vipern, die für den Menschen gefährlich werden können.
Deshalb gibt es im Berg, auf der Seite des Cirque de Mourèze,
keine Giftschlangen.
Jedes Jahr werden mehrere Touristen aus dem Cirque evakuiert, teils
mit dem Hubschrauber, weil sie ungenügendes Schuhwerk tragen,
keinen Wasservorrat mitführen oder versuchen, auf die sehr
brüchigen Felsen zu klettern. Im Gegensatz zu Informationen,
die unverantwortlicherweise im Dorf Mourèze verbreitet werden,
ist eine Wanderung im Cirque nicht mit Strassenschuhen zu improvisieren
und auch nicht in einer Stunde Wanderung zu machen. G. COMBARNOUS
beschrieb in seinen Büchern alle Wanderungen zwischen 8 und
9 Stunden, die kürzeste war 3 Std 30 Minuten.
Die klassische Wanderung fängt nach dem lezten Haus des Dorfes
Mourèze (im Norden, 201 Meter) an, indem man dort nach links
in einen Wanderweg einbiegt, der bis zum Col des Portes (380 Meter)
an eine Weggabelung führt. Links führt der Weg weiter
auf den Mont St-Scholastique, geradeaus führt er nach Liausson
in das Salagoubassin und rechts führt er auf den Gipfel des
Mont Liausson und seiner Eremitage (522 Meter). Dort findet man
einen idealen Picknickplatz mit einem wundervollen Panoramablick
über den Salagousee, die Cevennen, die schwarzen Berge und
der Mittelmeerküste. Bei sehr schönem Wetter, vor allem
im Winter, kann man die Salzberge von Aigue-Mortes ausmachen, man
sieht die schneeglitzernde Alpengipfel und man sieht deutlich den
Canigou der Pyrenänekette im Süden.
Der Abstieg geht nach Osten bis an eine Stelle, an der sich der
Weg vor dem Pic de St-Jean gabelt, geradeaus nach Liausson und rechts
hinunter zur Höhle von Beaumenègre (schwarzes Loch in
der okzitanischen Sprache) und durch das Zentrum des Cirques zurück
zum Dorf Mourèze. Mourèze war übrigens im letzten
Weltkrieg ein Zentrum des Widerstandes gegen die Besatzungsmacht
und der Heldenfriedhof an der Strasse nach Villeneuvette und eine
Gedenktafel am Rathaus des kleinen
Ortes erinnern an den heroischen Widerstand.
Am Empfang des Parcs de Courtinals finden Sie kostenlose Wanderkarten
und wertvolle Tipps für die Bergwanderung, auch in deutscher
Sprache.
|