Der
Ort wurde zum ersten Mal 1911 von dem Archäologen G. VASEUR
aus Marseille ausgegraben, dann von dem lokalen Gelehrten G. COMBARNOUS
zwischen 1925 und 1980 und durch den archäologischen Verein
GREC, der 1985 Schichtenuntersuchungen durchführte (Stratigraphien),
die die grosse Bedeutung von Courtinals als Fundort im Hérault
für die Vorgeschichte und die erste Frühgeschichte hervorhob.
1991 wurden erneute Ausgrabungen und Wiederaufbauten unterder Leitung
des Professors Dominique GARCIA der Universität Aix-en-Provence
durchgeführt. Die Oberaufsicht hatte die staatliche Direction
des Antiquités in Montpellier, mit deren freundlicher Genehmigung
die Wiederaufbauten durchgeführt werden konnten. Eine Hütte
aus der Bronzezeit in einem guten Erhaltungszustand, konnte ausgegraben
werden. Die Fundstücke, die im gesamten Park gefunden wurden,
sind sehr zahlreich: ein Ofen aus Keramik, Feuersteine, Feuerstellen,
Kunstgegenstände, Amphoren und Vasen, ein Rasiermesser aus
Bronze, Knöpfe und Spangen.
Diese Fundstücke sidn heute im archäologischen Museum
in Lattes ausgestellt, im Museum in Marseille und in einer kleiner
Zahl im musealen Bereich im Empfangsgebäude von Courtinals.
Die Siedlung Courtinals ist sehr unterschiedlich zu den traditionellen
Wohnstätten auf den Bergen und den seltenen Siedlungen auf
dem flachen Land, die im Süden Galliens bekannt waren. Die
Bewohner von Courtinals haben eine Art von natürliche Befestigung
ausgenutzt, ein fast durchgehender Felsenring mit einer Höhe
von 20 bis 40 Metern, um sich dort zu schützen. Trotzdem war
die Siedlung in visueller Verbindung mit Wachposten auf dem Pic
de Vissou im Süden, auf dem Mont Liausson im Norden und mit
der Ramasse
im Osten. Die ersten einwandfrei belegten Zeugnisse von Wohnstätten
stammen aus der mittleren Steinzeit ( 3.500 Jahre v. Chr.) und gehen
bis zur Frühzeit (Ende der Bronzezeit und Ende der Eisenzeit)
um 350 v. Chr.. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Dorf plötzlich
verlassen unter Zurücklassung aller Bauten und Einrichtungen.
Aus diesem Grund ist der Untergrund für die archäologischen
Untersuchungen besonders interessant, da das Dorf mehr oder weniger
komplett vorhanden ist in einer Tiefe von 0 bis 2 Metern. |
Rekonstruktion eines
calcolithischen Gebäudes im Hérault |
Die Bewohner von Courtinals haben wahrscheinlich in den Minen
von Cabrières, die drei Kilometer entfernt sind, Kupfer
abgebaut, es mit Zinn zu Bronze verarbeitet und so einen regen
Handel mit den Phöniziern in Agde entwickelt. Die Rohbronze
wurde gegen Fertigprodukte eingetauscht, wie z B. Eisengegenstände,
Wein in Amphoren und Stoffe. Andere Gründe haben ebenfalls
für Wahl dieses Ortes gesprochen: unversiegbare, durch
die Dolomie geschaffene Quellen, die weniger als 200 Meter entfernt
sind, die Schluchten des Cirques, die natürliche Gehege
für das Vieh darstellen und das mediterrane Klima, das
hier besonders mild ist... |
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