| Dieser Ort
wurde zweifelsohne seit zehntausenden von Jahren bewohnt. Die wissenschaftlichen
Untersuchungen belegen permanente Wohnstätten seit der mittleren
Steinzeit (7.000 J. v. Chr.). Durch
die archäologischen Ausgrabungen bekommen wir Informationne
über das Leben dieses Volkes, das über 7.000 Jahre in
diesem Tal gewohnt hat. Wir lernen auch, dass keine Kriegs- oder
Kampfspuren gefunden wurden und innerhalb des Cirques wurden keine
Bestattungen aufgefunden. Die Totengräber befanden sich am
westlichen und östlichen Ausgang des Tales, Richtung Salasc
und Villeneuvette.
Die neuere Geschichte in Mourèze fängt mit dem mittleren
Mittelalter an, 900 n. Chr.. Die Festungsanlage, die von den Römern
aufgebaut worden war, ist abgetragen worden und an der Stelle wurde
eine neue Burg erbaut, um die alte Römerstrasse Nîlmes
– Toulouse, die durch das Tal führt, zu beschützen.
Die Kirche St-Marie von Miourèze und einige andere Gebäude
wurden mit den Steinen der alten Festung erbaut. Einige Ortsbezeichnungen
stammen noch aus der mittelalterlichen Zeit, wie die Bezeichnung
Courtinals. Es handelt sich dabei um das Wort „courtines“,
Wehrgänge einer Burg, und tatsächlich sind die Spuren
von mehreren Wehrgängen in den hohen Felswänden gefunden
worden.
Die grosse Felswand gegenüber des Dorfes Mourèze heisst
„Hôpital“, da der Orden der Hospitaliers dort
am Fusse des Felsens eine Raststätte unterhalten hatte. Lange
vorher wurde dieser Ort bereits von den Catharern benutzt, die ihre
östlichste Festung St-Michel überhalb von Lamalou-les-Bains
hatten. Der wichtigste Wallfahrtort der Catharerritter war zu allen
Zeiten der Ort St-Guilhelm le Désert. Der befestigte Ort
Courtinals befindet sich genau in der Mitte zwischen der Burg und
der Abtei von St-Guilhelm. Zu Pferd sind es etwa 8 Stunden vond
er Burg St-Michel nach Courtinals und nochmals 6 Stunden nach St-Guilhelm,
ein idealer Rastplatz!
Wir
stellen die Anwesenheit von drei Ritterorden an diesem Ort fest:
die Catharer, die Hospitaliers und die Tempelritter.
Überall in Courtinals findet man die Widerlager in den Felswänden.
Manchmal bereits stark verwittert je nach geographischer Ausrichtung
und Dichte des Felsens, zeigen sie doch die Existenz von grossen
Verteidigungsanlagen auf. Die Wehrbrücke in der Mitte von Courtinals
wurde nach den vorgefundenen Widerlagern wiederaufgebaut. Leider
ist es unmöglich gewesen, diese Kerben in den Felsen zu datieren:
Vorgeschichte, Römerzeit, Mittelalter? Die Ausgrabungen unter
diesen Wehranlagen konnten das Rätsel nicht lösen.
Die Widerlager belegen ein Verteidigungssystem, das aus Palissaden,
Wehrgängen und Brücken bestand. Da tatsächlich 90%
des Parc des Courtinals von einem Felsenring umschlossen sind, waren
nur einige Durchgänge zu verbarrikadieren, um eine leicht zu
verteidigende Festungsanlage entstehen zu lassen.
Die
Reste von Bauten auf den umliegenden Bergen, aber auch die Einsiedelei
St-Jean, ganz in der Nähe auf dem Mont Liausson, bezeugen die
Verbindungen zu Courtinals über Jahrtausende hinweg. |