Dieses
dolomitische Felsenmeer wurde vor 160 Millionen Jahren (Sekundärzeit)
geformt. Anfangs war dieses „Megalapiaz“, wie es die Geologen
nennen, ein schlammiges Sediment eines warmen und seichten Meeres.
Nach dem Austrocknen diesen Meeres hat die Erosion im Laufe der Jahrmillionen
diese originellen Formen aus dem weichen Felsgestein geformt. Das
Hauptelement dieser permanenten Erosion ist die im Regenwasser enthaltene
Kohlensäure. Dieses leicht saure Wasser trägt unaufhaltsam
zur Auflösung der Felsen bei, die aus Kalk und Magnesium bestehen.
Je
nach Phantasie und Zeitepoche, hat jede Felsformation ihren Namen
bekommen: die Sphinx steht als zentrale Figur mitten im Cirque,
das Kamel, das Fräulein, darüber der grosse Manitou, dann
der liegende Löwe, die mysteriösen Felsen, die Türe
der Feen, das Labyrinthe und der Totenkopf ziehen unsere Aufmerksamkeit
auf den übernatürlichen Aspekt dieser ruinenhaften Felsen.
Die Schluchten leiten bei Gewittern das Wasser ab und bilden ein
phantastisches Gebilde von Strassen und Sackgassen, verbunden durch
Felsspalte und Grate.
Die eindrucksvollste Felsformation und sicher die geheimnisvollste
ist dabie der Parc des Courtinals am Eingang des Felsenmeeres. Zahlreiche
wissenschaftliche Untersuchungen sind an diesem Ort vorgenommen
worden, an dem bereits seit 1911 ausgegraben wird. Geologisch handelt
es sich dabei um einen Felsenring von 20 bis 40 Metern Höhe,
der das alte prähistorische Dorf umschliesst. Es handelt sich
dabei um eine der allerersten prähistorischen Siedlungen des
Héraulttales und die Menschen der Neusteinzeit (Neolithikum)
haben diese natürliche Burganlage benutzt, um dort ihre Häuser
aufzubauen.
Die Vegetation ist auf dem dolomitschen Sand (von Professor Dolomieu,
franz. Geologe des 18. Jhd) besonders reichhaltig und es ist interessant
festzuhalten, dass es vor hundert Jahren keinen einzigen Baum im
ganzen Felsenmeer gegeben hat. Das Weiden der Ziegen und die Arbeit
der Köhler haben die Vegetation kurz gehalten.

In Frankreich sind drei derartige Cirques (von circus: halbrund)
bekannt: der Wald von Païolive im Ardèche, Nïmes-le-Vieux
im Lozère und Montpellier-le-Vieux im Aveyron.
Es handelt sich dabei um ruinenhafte Landschaften, die den Betrachter
an eine antike, verfallene Stadt denken lassen.
Die
Dolomie verdankt seiner Bezeichnung dem Wissenschaftler Genevois
de Saussure, der den Namen des franz. Geologen Dolomieu damit ehren
wollte. Déodat de Gratien de Dolomieu, geboren 1750 in Dolomieu
(Isère), tat sich vor allem als Geologe und Mineralforscher
hervor.
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